Akademie debattiert: Das Unbewusste im Innen und Außen – über den Preis, die Welt hereinzulassen, und die Illusion, sie auszusperren

Akademie debattiert

Das Unbewusste im Innen und Außen – über den Preis, die Welt hereinzulassen, und die Illusion, sie auszusperren

Podium: Florian Lampersberger, Falk Stakelbeck, Lena Sabaß

 

„Wo das Unbewusste politisch wird": Diesen Titel hat sich unser Festtag im Juni gegeben, und er war, genau besehen, keine Frage, sondern eine These. Umstritten ist sie geblieben. Wir nehmen sie deshalb dort auf, wo über sie entschieden wird – nicht im Grundsätzlichen, sondern in der nächsten Stunde.

Denn die Welt kommt herein, ob wir sie einladen oder nicht. Ein Patient sagt etwas über Geflüchtete, das wir nicht stehenlassen möchten, und was darauf folgt, ist unser Schweigen: Abstinenz oder Vermeidung? Eine Patientin schläft in der Stunde ein; sie hat mehrere Jobs und ein Kind allein. Ist das Erschöpfung, mit der wir schlichtweg zu rechnen haben, oder ist es etwas, das zwischen uns geschieht? Und woran würden wir den Unterschied erkennen?

Der Abend fragt somit nicht, ob das Gesellschaftliche in die Behandlung gehört – es ist längst drin. Er fragt, was wir damit tun. Können wir es draußen halten? Sollen wir es? Und wenn es hereinkommt: Verstehen wir es dann nur als Übertragung, als Ausdruck der inneren Verfasstheit – ist das die Stärke unseres Verfahrens oder seine Verlegenheit?

Dabei betrifft die Frage nicht zuletzt uns selbst. Auch wir stehen irgendwo, nach Herkunft, Generation, Geschlecht und Einkommen: Material, das sich in der Übertragung bearbeiten lässt, oder vielmehr die Bedingung dafür, was wir überhaupt hören und sehen?

Und umgekehrt: Was verlieren wir, wenn wir uns zu sehr auf das Äußere beziehen? Trägt eine Konzeption des Unbewussten, die dynamisch ist und sich entzieht, das überhaupt – oder wird aus dem Unbewussten ein Gewusstes, ein Bescheidwissen über Verhältnisse? Was geschieht dann mit dem Fantasmatischen, mit der Gegenübertragung, mit dem geduldigen Nicht-Wissen? Ist das dann noch Psychoanalyse – und wer entscheidet das? Die Frage nach der Grenze möchten wir mitverhandeln, nicht beantworten. Harmlos ist sie freilich nicht: Sie hat in unserem Fach schon „Randfiguren" erzeugt, um mit Paul Parin zu sprechen.

 

In vier Kurzimpulsen nähern wir uns dem Thema aus verschiedenen Perspektiven, darauf folgt eine offene Debatte.

Der Abend versteht sich als Fortsetzung der Gespräche des Festtages.

 

Die Veranstaltung ist offen für Mitglieder und Ausbildungsteilnehmer*innen der Akademie.

 

Für die Veranstaltung erhalten Sie Fortbildungspunkte.

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

 

Anmeldung nicht erforderlich. 

 

Informationen zur Veranstaltung

Beginn der Veranstaltung 24.02.2027 20:00 Uhr - 22:00 Uhr
Veranstaltungsort Akademie, Bibliothek