Die Abteilung analytische Psychosentherapie ist aus einer Initiative entstanden, die 1992 von Frank Schwarz und Helmut Remmler als Überregionale Weiterbildung in analytischer Pschosentherapie gegründet wurde. Aus der Überregionalen Weiterbildung in analytischer Pschosentherapie wurde die Münchner Psychosentagung als eine der Aktivitäten der Abteilung analytische Psychosentherapie. Seit dem Sommersemester 2026 ist die analytische Psychosentherapie auch in das Ausbildungscurriculum integriert.
Damit ist die Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München e.V. das erste Institut, das seit 2018 eine eigene Abteilung für analytische Psychosentherapie hat und eines der wenigen Institute, die die analytische Psychosentherapie (mit immerhin 8 UE pro Semester) in das Ausbildungscurriculum integriert haben
Was verstehen wir unter psychoanalytischer/psychodynamischer Psychosentherapie?
In der psychodynamische Psychosentherapie werden die wesentlichen Konzepte der psychoanalytischen Krankheitslehre und Behandlungstechnik entsprechend der Besonderheiten psychotischer Erkrankungen an die spezielle Problematik, die bei Psychosen vorliegt, angepasst und weiterentwickelt.
Dabei steht die Gestaltung der therapeutischen Beziehung im Vordergrund. Entscheidend ist es, pathologische Beziehungsmuster zu erkennen und sie durch eine Neuerfahrung in der Therapie zu verändern. Dies geschieht zumeist vorerst ohne die Anwendung von Interpretationen, kann aber, wenn alles gut geht, nachträglich in Einsichten verwandelt werden. Patient*innen können dadurch Fähigkeiten zur konstruktiven Abgrenzung und positiver Nähe erwerben, ohne von überschießenden Affekten überwältigt zu werden. Sie können lernen, Verluste und Enttäuschungen zu ertragen, ohne psychotisch zu reagieren oder in affektive Extreme wie Manie bzw. Depression zu verfallen.
Die modifizierte Behandlungstechnik ermöglicht die Lockerung oder Auflösung intrapsychischer Dilemmata. Sie unterstützt einen sensiblen und hilfreichen Umgang mit den bei psychotischem Patienten*innen vorliegenden Problemen der Konstituierung von Identität, Urheberschaft und Selbstwert. Dadurch können positive Entwicklungen auch bei Patient*innen, die als schwer erreichbar gelten, angeregt werden. Die Behandlungstechnik ist sowohl im ambulanten als auch in stationären Bereich anwendbar.
Die Abteilung analytische Psychosentherapie bietet Fortbildungsmöglichkeiten an:
Studientage analytische Psychosentherapie
